Frieden?

Du hast nun wirklich von der Kulturpraxis gehört, dieser sich häufig an öffentlichen Verkehrsknotenpunkten abspielenden Handlung des Hebens des rechten Arms unter schallendem Gelächter?

Zumeist werden in diesem Zusammenhang parolenartige Wortfetzen reproduziert. Wortfetzen, die eine Abneigung gegen explizite Teile der Gesellschaft zum Ausdruck bringen sollen. Parolenartige Wortfetzen, die aufgrund ihrer Brisanz gewählt werden und verletzen sollen. Wortfetzen, die aufgrund ihrer Brisanz und aufgrund ihrer Fähigkeit verletzen zu können zu Gelächter und Beifall anderer, in unmittelbarer Nähe stehender Personen führen.

Hier ist diese Kulturpraxis weit verbreitet. Weiter, als du es dir zugestehen magst, dir und deiner Heimat. Die Menschen, die du kennst. Ich sehe deinen Protest. Hier ist er am stärksten und wächst stetig. Hier fühlst du dich mit diesen Praktikern verbunden. Ich sehe, wie sich deine Gedanken beschleunigen. So wie ich, der längst in den Zug gestiegen ist und durch den Regentag fährt. Ich träume von deiner Befreiung, von deiner Protestlosigkeit. Ich will deine Versteinerung lösen und schreibe dir: Frieden?